|
Darkness is calling
Sonnige Strände, imposante Wolkenkratzer, tiefe Wälder und eine heiße Wüste am Rande der Stadt.
Ein Ort wie von Engeln geschaffen, dem unser Schauplatz Los Angeles nicht umsonst seinen Namen verdankt. Doch hinter jedem warmen Sonnenstrahl lauert auch ein kühler Schatten. Übernatürliche Mächte, Wesen der Nacht und allerhand Wundersames wandelt inmitten der menschlichen Normalität. Nicht immer unentdeckt vor den Augen der Neugierigen und Gegenspieler. Gemeinsam mit jedem Spieler wächst die Geschichte unseres Boards seit 2018 stetig weiter. Im Sinne der Ortstrennung gestalten zahlreiche Free- und Serienchars unser Urban Fantasy-Mystery Forum und finden ihren Platz. Bei uns galt schon immer Qualität vor Quantität und das Wohlfühlen steht an erster Stelle. Deshalb gibt es keinen Postingzwang oder Mindestlänge eurer Geschichten. Außerdem sind eure Ideen rund um die Wesengestaltung und Ploterschaffung stets gern gesehen und Willkommen! Zögert also nicht einen Blick tiefer in die weiten unserer Welt zu werfen, sofern ihr keine Angst davor habt womöglich für länger bei uns zu verweilen...
Ehrentag von:
Suche Geburtstagskinder...
|
|
|
|
Binshó Kobayashi
Last activity: 16.05.2026 17:32
Citizen since: 17.03.2026
Written Posts: 7 ![]() » Vorname: Binshó » Nachname: Kobayashi » Spitzname: Sho » Geschlecht: männlich » Geburtstag: 31.05.1303 » Alter: 28 » Sternzeichen: gemini » Geburtsort: - » Wohnort: Los Angeles » Ausbildung: - » Beruf: - » Sexualität: bisexuell » Blutgruppe: nicht menschlich » Allergien: keine » Haarfarbe: dunkelbraun bis schwarz » Augenfarbe: dunkelbraun bis schwarz » Größe: 1,80m » Gewicht: 66,3 Kg » Statur: trainiert, muskulös » Kleidungsstil: keine bestimmte Richtung, oft traditionell » Tattoos: keine » Piercings: Ohrstecker oder fake » Hobbys: Manga lesen, im Internet surfen, die Gesellschaft erkunden » Eigenschaften: » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx »xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx »xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx »xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » Fakten: » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx »xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx » xxx Kitsune -------------------------------------------- ------------------STREICHE NICHT ZUTREFFENDES EINFACH RAUS-------------------------- Spezies natürlich Gesinnung variabel Vorkommen regional häufiger Lebenszeit langlebig (mehrere Jahrhunderte) Fortpflanzung möglich -------------------------------------------- Fähigkeiten & Mächte Feuerkontrolle Manipulation bei Menschen Verwandlung (keine Zwischenform Regeneration/Selbstheilung Illusionsmagie Supergehör Telepathie -------------------------------------------- Stärken Können nicht manipuliert werden von Vampiren oder anderen Wesen Intelligenz Weisheit Agilität Verbindung zur Natur -------------------------------------------- Schwächen Magie Anfälligkeit für menschliche Emotionen Zu lange in menschlicher Form zu verweilen schwächt ihre Kräfte und kann auch die Lebenszeit verkürzen -------------------------------------------- Ursprung & Allgemeines Ein Kitsune kann bis zu neun Schwänzen besitzen, welche sich, je stärker der Kitsune wird, "vermehren". Also je mehr er besitzt, desto stärker, mächtiger ist dieser. Das gewaltsame Entfernen von eben diesen führt nicht zu ihrem Tod, es schwächt sie aber. Sobald sich ihre Macht regeneriert hat, was einen gewissen Zeitraum andauern kann, je nach Stärke des Kitsune, wachsen diese wieder nach. Mit der Veränderung der Zeiten mussten auch Kitsune sich weiter entwickeln. Um ihr Überleben zu gewährleisten, denn es wurde mit der Zeit für Jäger eine Art Prestige-Tat (insbesondere unter japanischen Jägern) einen Kitsune zu töten, egal ob gut oder böse, ´waren diese gezwungen sich aus ihrer Heimat zu entfernen und ihre Neugeborenen in menschlicher Form als eine Art Kuckuckskind Menschen unterzujubeln (ähnlich wie bei Wechselbälgern). So wuchsen heutzutage immer mehr Kitsune unter Menschen auf. Andere wiederum, welche so etwas nicht tun konnten, flohen mit ihren Kindern in der Hoffnung nicht aufgespürt zu werden. Grade wenn es sich um schwächere Kitsune handelte, denn nicht alle erreichen in ihren Leben neun Schwänze. Die Fellfarbe eines Kitsune kann variieren. Urpsrung Kitsune sind Wesen, die ihren Ursprung in Japan haben. Sie existieren bereits seit Anbeginn der Zeit, angedacht als Wächter der Natur, aber auch der Menschen. Dadurch werden sie oft mit der Göttin Inari in Verbindung gebracht, die die Göttin der Fruchtbarkeit, des Reises und der Füchse darstellt im im japanischen Shintō. Darum nimmt man an, dass sie die Kitsune erschuf um ihr Werk zu vollbringen. Mit dem Vergehen der Zeit entwickelten sie sich weiter, wurden dafür bekannt, dass es sowohl wohlwollende Wesen unter ihnen gab, als auch trickreiche Individuen, die nicht unbedingt Gutes im Sinn haben. -------------------------------------------- ![]() Nara - Yōrō 717 Meine Familie war schon immer etwas anders. Ich kann es nicht beschreiben, doch neben Rüden und Fähen waren auch immer andere Wesen unter uns. Helle und dunkle, tierische, dämonische. Keiner wurde abgestoßen, alle aßen von derselben Stelle, alle lebten miteinander ohne es je in Zweifel zu stellen. Es kamen und gingen die Mitglieder, wandelten sich von Mensch zu Tier und wieder zurück. Meine Mutter sagte mir vor meiner ersten Verwandlung, ich war immer noch ein Welpe, immer noch nicht erwachsen, dass ich der Erbe der Familie wäre, dass ich Macht in mir tragen würde, die kein anderer Fuchs beinhalten konnte. Ich wusste es nicht zu verstehen, ich konnte den Worten nicht die Macht zuschreiben, die sie innehatten. Erst nach vielen Jahren, mehr als gewöhnlich, verstand ich den Sinn. Meine Mutter war eine Kitsune. Geboren um zu verführen, um sich an normalen Menschen zu bereichern und ihnen die Innereien zu stehlen, um sie dann an ihre Kinder zu verteilen. Ich muss zugeben, so eine Niere hatte wirklich etwas, das mir den Speichel in der Mundhöhle anregte. Doch ich war nicht einfach nur ein Kitsune, ich war nicht einfach ein Fuchs mit Fähigkeiten, ich war ein Halbblut, doch nicht gezeugt aus einer menschlichen Verbindung. Mein Vater, einer der selten auftretenden Gumiho. Beerbt mit Fähigkeiten einen Teil meiner Seele in jemand anderes zu übertragen, um ihn eines Tages wieder zu finden, klang irrwitzig und völlig erfunden, doch die tiefschwarzen Augen meiner Eltern würden mich niemals belügen. Heiran - Kannin 1017 Links, rechts, ducken. Der Pfeilhagel ist unaufhörlich. Ich spüre sie an meinem Fell in den Boden rammen. Ein umgestürzter Baum, Hechtsprung. Meine Pfoten trommeln, mein Atem geht schnell, mein Herz rast. Links, links. Der Boden wird steiler. Die Jäger schreien, doch entfernen sie sich nicht, sie sind direkt hinter mir. Ich darf im Unterholz nicht rutschen, ich muss weiter, mein Bau nicht weit entfernt, doch ich darf sie nicht hinführen, sie würden ihn in Brand stecken. Mich ausräuchern. Alle Sinne sind geschärft, ich suche nach Hilfe, schicke ein Gebet. Wegen einer Handvoll Hühnern. Es ist doch nichts dabei? Der natürliche Kreislauf des Lebens. Rechts, tiefer in den Wald, als mich eine Präsenz trifft, die andere zum schaudern bringt. Ich jage ihr entgegen. Schneller. Näher. Fast erreicht. Die Luft wird stickig, mir weicht der Sauerstoff aus den Lungen, doch werden sie nicht wieder gefüllt. Die Aura wird stärker, dunkler, die Pfeile werden weniger, doch folgen sie immer noch. Verfluchte Menschen, sonst beten sie mich doch an. Die Opfergaben immer zahlreich, immer üppig. Doch wenn ich einmal stehle, bin ich schlecht? Ich verfluche sie. Meine Göttin wird sie strafen. Der Ernteausfall wird drastisch werden. Plötzlich ist alles um mich herum still. Zu still, der Wind pfeift mir nicht länger in den Ohren, das Rauschen der Blätter verstummt. Die Menschen verschwunden. Ich bleibe stehen, sehe mich um. Nichts scheint am Waldstück verändert, noch immer steht die Eiche als Wegweiser, noch immer der Busch, der bald die köstlichen roten Beeren tragen wird, links von mir. Doch dieser eine Stein, der nicht hier sein sollte, weil er gefährlich ist, steht nicht unweit zwischen Eiche und Busch. Ich habe ihn schon einmal gesehen, doch ich war zu jung und zu ängstlich, um ihn damals anzusehen, ich bin davon gelaufen und doch jetzt darauf zu. Doch wie ist er hierhergekommen? Ein Schauer jagt über meinen Rücken, mein Kamm stellt sich und ich mache mich klein, versuche nicht zu winseln, doch Schwanz und Ohren ziehen sich automatisch ein. Meine Sicht verschwimmt, ich komme nicht gegen die Macht an, die sich mir gegenüber stellt. Sie ist so viel größer als meine. Noch immer keine Geräusche, noch immer alles stumm. Meine erste Begegnung mit Tianuo. Kamakura - Kenpō 1217 Zweihundert Jahre, zwei Wesen, eine gemeinsame Geschichte. Immer aufeinander reagieren, miteinander Zeit verbringen, das Leben leben, was ihnen geschenkt wurde, ohne Angst vor dem Sterben zu bekommen. In beiden floss das Blut unendlichen Lebens. Begonnen fast schüchtern, nicht wissend, wie sie sich einschätzen konnten, wurde der Faden des Schicksals im Geheimen gesponnen. Rot wie das Fell, stark und unnachgiebig wie die Federn. Ich fand in Nuo einen Freund, einen Hüter, einen Beschützer. Jemand, der Späße verstand, jemand, der nicht nach mir jagte, sollte ich den Mund zu voll nehmen. Umringt von der Zeit, die allen das Leben kostete, blieben wir jung. Angepriesen von Nachkommen, einstiger Jäger, gefürchtet durch den irdischen Glauben an eine höhere Macht. Getarnt als Menschen unter anderen leben, Streiche spielen, den Alten dabei zusehen, wie sie starben, um ihnen einen Weg zu leiten. Ich hatte eine Schwäche für die alten Seelen, leitete ihnen einen Weg über die Schwelle ins Jenseits. Eine Aufgabe die durch meine Familie getragen wurde und ich weiterführte ohne sie zu hinterfragen. Es fühlte sich richtig an, trauerte jedoch um jede junge Seele, die durch Hunger oder Gewalt durch mein Licht geleitet wurde. Es war wieder ein Zeitpunkt gekommen, der Winter rückte näher, die Rate der Sterbenden würde wieder steigen, als ich Nuo verließ. Es war nichts neues für uns, ein Kuss als Versprechen, wir würden uns dann wiedersehen, wenn die ersten Kirschblüten blühen würden. Ich ging, den Berg hinunter, an den steilen Hängen vorbei, die Form des Fuchses, die den Menschen bekannt war. Wie ein Omen, dass nun die Zeit gekommen wäre, bevor die ersten Flocken vom Himmel fallen würden. Die ersten Tage nichts, die Temperaturen wurden kälter und ich sah mich um, die Menschen lernten dazu. Ich sah an vielen Stellen Feuer, um der immer kälter werdenden Temperatur zu trotzen, doch je kälter es wurde, desto näher rückten auch die langsam werdenden Herzschläge. “Yokai, bitte nicht mein Vater", "Yokai, nicht meine Mutter". Ich hörte sie fehlen, doch ich war nur ein Diener der Natur. Die ersten Seelen, durch mein Irrlicht über die Schwelle begleitet, spürte ich in einer Nacht einen Stich. Tief in meinem Herzen, als würde mich eine heiß brennende Klinge durchbohren. Nuo. Etwas stimmte nicht. Etwas war ganz und gar nicht in Ordnung. Ich verließ die Menschen in ihrer schweren Zeit, vernachlässigte die mir gegebene Aufgabe, keuchte schwer, als der Schmerz immer stärker wurde. Spürte die Tränen in meinen Augen, als ich unseren Berg wieder erreichte. Es war zu still, die Aura, die mich sonst umfing, schwach, nur noch ein Hauch ihrer eigentlichen Präsenz. Blut. Ich roch es, bevor ich es sah. In den letzten Metern wurde ich zum Mensch, rannte durch den Schnee, der sich immer weiter rot färbte. Ich hasste dieses Rot, es verhieß nie etwas Gutes. "Nuo." "Liebster." Doch die schwache Aura wollte sich nicht erholen. Das Bild brannte sich in meinen Kopf, als würde ich nie etwas anderes mehr sehen können. Ich konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten, sie flossen wie der Fluss durchs Tal. Trauer ergriff mich, ich kniete, betete zu meiner Schutzgöttin, als mir das Gespräch meiner Besonderheit wieder in den Sinn kam. Geschickt durch meine Göttin, erinnerte ich mich an die Perle in meinem Inneren. Sie würde ihn nicht retten, nicht bei mir lassen, er würde gehen, doch er würde eines Tages wiederkommen, wieder zu mir finden, selbst wenn es tausend Jahre dauern würde. Ich sammelte sie Essenz, schickte Liebe, Erinnerungen und einen Teil meiner Unsterblichkeit herein und besiegelte unser Schicksal mit einem letzten Kuss, noch weit bevor die Kirschblüten wieder blühten. Edo - Kyoho 1717 Die Trauer um meinen Gemahl, um meinen Begleiter, um mein Herz zerfraß mich. Lange genug, dass ich das Zeitgefühl verlor. Es waren dunkle Zeiten nicht nur für mich und ich spürte, wie meine Seele sich nicht länger der hellen Seite zuwenden konnte, ich ließ die Dunkelheit in mein Leben, den Hass, die Gewalt die ich sonst immer bekämpft hatte. Schlafend, wachend, essend. Mehr als zweihundert Jahre verbrachte ich im Zorn, in der Dunkelheit und schwörte Rache an dem Gott, der Nuo getötet hatte. Selbst meine Göttin wandte sich von mir ab, denn ich konnte ihr nicht mehr dienen. Verfressen von der Dunkelheit trat ich der Armee bei. Zog in blutige Kämpfe, tötete Menschen und andere Wesen. Ich war gut in dem, was ich tat, machte mir erst als Soldat einen Namen, der mit Schwert und Speer umgehen konnte, dann als Kommandierender. Yuki. Der Erstgeborene. Ohne Herkunft, aus den Wäldern aufgetaucht, ohne Stammbaum und trotzdem angesehen wie ein Hauptmann. Es dauerte nicht lange, bis mein Ruf die Runde machte, bis man mich sah. Wertschätze, versuchte mehr aus meiner kaltblütigen Art zu gewinnen. Verschiedene Fürsten warben um mich, während ich mich zurückzog. Frau, Kinder, sie würden sterben, denn so mächtig mein Blut auch war, gab ich es niemals weiter. Ich sah, wie sie groß wurden, während ich selbst nicht alterte, um dann meinen Tod einzuleiten. Auf der Ferne sah ich zu, wie meine Frau starb, wie meine Kinder erwachsen wurden, selbst Kinder bekamen und starben. Ich legte eine Pause ein, ließ wieder in der Fuchsgestalt hundert Jahre verstreichen, um nochmal von vorne zu beginnen. Yoichi, der Erste. Ich habe mein Zeitgefühl verloren, wusste nicht mehr, welches Jahr geschrieben wurde, bewegte mich gerade als Samurai flinker als meine Kollegen durch die Wälder, als eine Aura mich umfing. Das Gefühl von Druck lastete auf meinen Lungen, ein schweres Keuchen wich meinen Lungen. Ich fand mich für einen Moment wieder in dem alten Fuchsbau wieder. Zurück auf Tsushima, nicht länger in den Wäldern Japans. Nochmals schlug es mir gegen die Lungen und ich war nicht länger ein Mensch. Kein Mann, der das Katana schwang, sondern nur ein Fuchs mit rotem Fell. “Mein kleiner Fuchs” die Stimme meiner Schutzgöttin jagte mir das Fell in die Höhe und ich sah die Lichtgestalt vor meinen Augen schimmern. Für mich niemals tastbar, berührte sie meine Seele und meinen Geist. Ich spürte die Streicheleinheiten hinter meinen Spitzen Ohren. “Ich habe dich niemals wirklich verlassen können, mein kleiner Fuchs, ich habe stets über dich gewacht, ich habe mit dir geweint, mit dir gelacht, deine Kinder immer noch im Augen.” sprach sie in meinem Kopf weiter. “Mein kleiner Fuchs, weißt du, welcher Tag heute ist? Weißt du, welches Jahr wir haben?” Ich konnte in ihrer Gegenwart nur mit dem Kopf schütteln. “Heute ist dein Geburtstag." Beantwortete sie die gestellte Frage selbst. “Ein seltener Geburtstag, mein kleiner Fuchs, denn nicht länger musst du in dieser Gestalt verweilen.” Ich wusste nicht, was sie meinte, bis mich eine Hitze erfasste, die mich schreien ließ. Als würde mein ganzer Körper in Flammen stehen, als würde man mir das Fell abziehen, bis der Schmerz sich in etwas Wohltuendes verwandelte. Nach und nach konnte ich mich wieder regen, nicht mehr starr auf der Stelle liegend. Noch immer von der Wärme begleitet, öffnete ich langsam meine Augen wieder. Etwas hatte sich definitiv verändert, doch ich konnte nicht feststellen, was es genau war. Wieder kam dieser Druck auf meine Brust und ich stand nicht länger im Fuchsbau, nein, wir waren an dem kleinen See. Er war immer noch so unberührt wie in meiner Kindheit vor so vielen Jahren. Wie viele Jahre war es her, dass ich hier gewesen bin? Dreihundert Jahre? Vielleicht auch vierhundert? Ich sah in das ruhige Wasser und ein Laut kam aus meinem Maul, der ungeplant war. Mein Fell, weiß wie der Schnee, meine nun neun Schwänze, bewegten sich leicht in der Brise ohne meinen Einfluss auf sie zu geben. Ich beugte mich näher dem Wasser, sah rote Linien in meinem Fell verlaufen. “Oh Göttin, was?” versuchte ich sie zu fragen, wusste aber nicht genau was. “Mein kleiner Fuchs. Ich weiß du vermisst ihn so sehr. Du hast für ihn gelebt, hast dich für ihn geopfert, um wieder mit ihm verbunden zu sein. Er kommt, das verspreche ich. Du musst nicht mehr lange warten. Bald ist es soweit, doch jetzt bist du zu einem Tenko aufgestiegen. Du lebst nun seit tausend Jahren auf dieser Welt. Du bist vom rechten Weg abgekommen, mein kleiner Fuchs. Finde wieder zurück zu ihm, unterstütze die Menschen und kämpfe nicht länger gegen sie. Du bist mir immer der Treuste gewesen, kehre zu mir zurück. Nutze den Kern in dir, der dich einst mit mir verbunden hat. Lasse Weiß und Rot nicht länger eine schlechte Erinnerung sein. Nutze sie in dem Wissen, dass sie mehr sind als nur Blut und Schnee.” Ein letztes Druckgefühl gegen die Brust, wieder ein Keuchen und wieder befand ich mich in den japanischen Wäldern, wieder als Mann, nicht länger ein Fuchs in der Größe eines schwarzen Bären. Neuzeit Taisho 1917 Ich folgte meiner Göttin treu, auch wenn die Menschen langsam die alten Bräuche vergaßen, sich immer mehr dem neuen statt der Tradition zuwendeten. Es wurde schwerer, versteckt zu bleiben, doch ich hatte meine Wandlungsfähigkeiten ausgeweitet. War ich nun als kleines Mädchen oder als alter Mann unterwegs. Ganz wie es mir gerade beliebte. Es gab kaum noch Grenzen, doch keine überschritt ich. Meine Göttin hatte mich zurückgeführt, hatte den Kummer aus meinem Herzen gebrannt und Hoffnung gesät. Ich hatte dem Gott nicht vergeben, dass er mir Nuo genommen hatte und doch war die Dunkelheit nicht länger wie ein Schatten auf mir. Ich bereiste die Länder, überall traf ich auch gleiche Schicksale, die schon hunderte oder tausende Jahre die Menschen verfolgten. Tod, Leid und Schmerz. Sehnsucht nach verlorenem. Ob jung oder alt, es war immer dasselbe. Ich half so gut ich konnte, gab ihnen für den Moment das Lächeln zurück. Schickte Irrlichter, um mit den Kindern fangen zu spielen, wenn ich wieder einmal mit anderen Dingen beschäftigt war. Doch je moderner die Menschen wurden, desto mehr musste ich mich schützen und die Nächte für meine Taten nutzen. Der Fortschritt machte mir gleichermaßen Angst und neugierig. Macht und Gier war schon immer ein Problem der Menschen gewesen, deshalb musste ich schweigend dabei zusehen, wie Japan Korea für sich beanspruchte. ich trug beides Blut in mir, schipmfte auf das japanische Blut in mir und versuchte über heimlich organisierte Gruppen, den Koreanern zu helfen. In diesen Gruppen fand ich Freunde, eine erneute Liebe und Verrat. Einer meiner angeblichen Freunde, der hinter meine Identität gekommen war, wusste nicht nur um meine eigentliche Nationalität, sondern um mein wahres Ich. Man mischte mir verschiedene Betäubungsmittel in Essen und Getränke, schlug mich nieder. Ich weiß nicht, wie sie es schafften, ob mächtige Zauber im Spiel waren, doch fand ich mich zwischenzeitlich in Ketten. Ketten, die stärker waren als alles, was ich bisher kannte. Man sperrte mich in noch mehr Ketten, steckte mich in einen Käfig. Der Käfig wurde kleiner, meine Wut größer, wieder wuchs sie, doch ich hielt mich in Zaum. Experimente wurden mit meinem Fleisch durchgeführt. Man zwang mich immer wieder und wieder zu wandeln, tierisch - menschlich, bis mein Körper vor Erschöpfung in sich zusammenfiel. Nochmals wurde der Käfig kleiner, die Magie größer, das Tageslicht verschwand. Ich spürte nur noch Bewegungen, wusste anhand gewisser Gerüche, die zu mir drangen, dass ich auf See war. Und dann nicht. Jahrelang wurde mein Käfig nicht geöffnet verschlossen, weil das Unheil groß war, wenn sie ihn öffnen würden. Ich blieb nur noch in meiner Fuchsform, spürte durch den Verlust von Essen, wie Kräfte schwanden, um mich gefügig zu machen. Hier und da bekam ich gegartes Fleisch, denn die, die mich gefangen genommen hatten, schienen immer noch Angst vor etwas Größeren zu haben. Vielleicht hatte meine Göttin auch schon eingegriffen. Ich wusste es nicht. Doch, es müssen Jahrzehnte vergangen sein, riss ich in einer Nacht die Augen auf. Es kostete mich alles, mich nicht gegen die Wände und Ketten zu werfen. Meine Perle. Ich spürte sie! Der Wahnsinn erfasste mich jeden einzelnen Tag etwas mehr. Nuo war wieder am Leben, zurück auf dieser Welt. Ich war endlich nicht mehr alleine. Neuzeit Heisei 2007 Die Experimente hatten wieder begonnen. Wieder kettete man mich an, schnitt an meinem Körper herum. Doch diesmal wurden sie alle verletzt. Wildheit, hatte mich die Jahre in meinem Käfig gefährlich gemacht. Keiner traute sich an mich heran, keiner wagte es auch nur in meine Nähe zu kommen, doch der Käfig wurde erweitert, die Angst in die Gesichter gemeißelt. Nur ein Halsband schien meine Kräfte noch in Schach zu halten. Auf und ab ging ich, fraß und trank. Spürte die Perle, konnte sie jedoch nicht ganz greifen. Morgens, als ich wieder einmal schlief, spürte ich sie näher als je zuvor. Ich warf mich wieder gegen die Ketten und wurde wie ein erbärmliches Tier stillgelegt, wieder spürte ich das Gift in meinen Venen fließen, fiel in einen Schlaf. Ich wusste nicht, wie lange man mich stillgelegt hatte, doch als ich wieder erwachte, sah ich ihn. Jünger als in meiner Erinnerung vor tausend Jahren, doch gleichbleibend schön. Ich gestattete Niran, sein neuer Name klang so gewöhnlich, so sterblich, den Vertrag der Bindung. Es war der Moment, als sich die Perle wieder aus ihm löste und in meinen Körper zurückkehrte. “Liebster” sprach ich leise, weil ich wusste, dass in diesem Moment mein Tianuo vor mir stand. “Du hast dir wirklich viel Zeit gelassen. Hast du ein Glück, dass ich niemals ein Versprechen breche und mein Wort halte” Es war nur ein flüchtiger Augenblick, doch das Band war gefestigt, erneut verknüpfe Schicksale. Seitdem begleite ich Nuo auf seinem Weg, suche selbst nach einer neuen Beschäftigung, versuche mich in der Neuzeit zurechtzufinden. Es ist so verdammt schwer. Der technische Fortschritt in den letzten neunzig Jahren war gänzlich an mir vorbeigezogen. Meine Aufgabe, einsame Seelen zu begleiten, scheint in dieser Welt kaum zu nutzen. Briefe und Schriftrollen waren ein Teil der Vergangenheit. Klingende kleine und größere Rechtecke schienen dem die Ablösung gewesen zu sein. Doch was sollte ich machen? Schnell entschieden, war ab jetzt meine Aufgabe, Nuo im Auge zu behalten, ihm erst der Beschützer zu sein, dann der große Bruder, dann nun. Ein Gentleman war schon immer schweigsam, ein listiger Fuchs noch mehr. Und ein Kitsune? Vertraue niemals einem Kitsune, er stiehlt deine Leber, wenn du schläfst. Verwandelt sich in eine Frau, um Männer zu verführen, ihren Reichtum zu stehlen und in der Nacht zu verschwinden. Oh, es gibt so viele Sagen um mich, um meine Art. Doch kann man wirklich allem glauben? Kann man mir glauben? ![]() Bewerten und Bedanken |
Hexenkeller
3
.
.
.
.




217
1219
31285