„Welche der vielen Mysterien sollen offenbart werden?“
Charismatisch · intelligent · kontrolliert · manipulativ · stolz · provokant · geduldig · besitzergreifend · eitel · unberechenbar · nachtragend · sarkastisch · selbstbewusst · neugierig
Lucifer ist kein Mann, der einen Raum betritt und sofort nach Aufmerksamkeit verlangt. Er bekommt sie. Vielleicht liegt es an der Art, wie er spricht. Vielleicht an dem ruhigen Blick, der einen Menschen ein wenig zu lange mustert. Vielleicht an diesem beinahe beiläufigen Lächeln, das niemals ganz verrät, ob er gerade einen Scherz macht oder eine Drohung ausspricht. Das kurze Blitzen in seinen Augen, welches stets die zündende Selbstironie ankündigt, nur um am Ende völlig anders zu reagieren, als sein Gegenüber von ihm erwartet.
Lucifer hat gelernt, dass Macht nicht zur Schau gestellt werden muss. Im Gegenteil. Die gefährlichsten Wesen sind jene, die es nicht nötig haben, ihre Macht zu beweisen. Er ist ein Mann, der selten die Kontrolle verliert. Und wenn er sie doch verliert, dann vermutlich in Form eines recht persönlichen Wutausbruchs. Nichtsdestotrotz besitzt er etwas, das vielen fehlt: Zeit. Er muss nicht heute gewinnen, sondern erst morgen oder in zehn Jahren, in hundert.
Der Mann hinter dem Mythos
Lucifer liebt Geschichten. Nicht unbedingt, weil er denkt, dass jeder sie glaubt, sondern weil er weiß, wie mächtig sie sind. Er hat kein Interesse daran, die Wahrheit über sich selbst zu erzählen. Warum sollte er auch? Die Wahrheit ist schließlich nur eine Geschichte, die sich noch nicht genug verbreitet oder mit unzähligen Gerüchten vermischt hat. Also lässt er die Menschen reden. Manche behaupten, er sei der größte Feind Gottes, andere halten ihn für den ersten Rebellen und wieder andere glauben, der Teufel sei überhaupt nur eine Erfindung der Menschen. Und was denkt Lucifer selbst? Er lächelt und bestätigt vielleicht alles oder nichts.
Seine eigene Vergangenheit erzählt er mit einer solchen Selbstverständlichkeit, dass man nie weiß, wo die Wahrheit endet und die Inszenierung beginnt. Eine Prise Wahrheit. Eine Prise Lüge. Ein Gerücht, das er selbst in Umlauf gebracht hat und plötzlich ist die Legende geboren.
Stärken
Intelligenz. Lucifer denkt selten nur einen Schritt voraus. Er betrachtet Situationen wie ein Schachbrett und die darauf befindlichen Personen wie Figuren, die ihre eigenen Beweggründe besitzen. Vermutlich macht ihn genau das besonders gefährlich, denn er unterschätzt seine Gegner nicht, er studiert und beobachtet sie.
Charisma. Der Teufel könnte einem Menschen den Untergang verkaufen und ihn währenddessen davon überzeugen, dass er gerade ein Geschenk erhalten hat. Er besitzt die Fähigkeit, Menschen für sich einzunehmen, ohne ihnen je das Gefühl zu geben, manipuliert zu werden.
Menschenkenntnis. Er erkennt Sehnsüchte. Ängste. Einsamkeit. Gier. Liebe. Hass. Und vor allem: Selbstbetrug. Lucifer weiß, dass die meisten Menschen nicht angelogen werden müssen, sondern ihnen lediglich die Wahrheit sagen, die sie hören wollen.
Selbstbeherrschung. Er ist selten impulsiv. Wenn er handelt, dann meistens bewusst und berechnend. Das macht allerdings seine wenigen spontanen Entscheidungen umso gefährlicher und unberechenbarer.
Geduld. Lucifer besitzt Jahrhunderte. Was sind dagegen ein paar Tage? Ein paar Jahre? Er kann warten, bis sich eine Tür von selbst öffnet.
Schwächen
Stolz. Das ist vielleicht seine größte Schwäche. Er kann verlieren, keine Frage, aber was er nicht kann, ist gedemütigt werden. Es gibt einen Unterschied zwischen jemandem, der ihn besiegt, und jemandem, der versucht, ihn kleinzumachen. Ersteres kann er akzeptieren. Letzteres wird er niemals vergessen.
Besitzanspruch. Wenn Lucifer etwas oder jemanden wirklich interessant findet, entwickelt er eine eigentümliche Form von Besitzdenken. Nicht unbedingt „Du gehörst mir", sondern eher ein „Ich habe dich gesehen, bevor die anderen es getan haben.“ Leider ist exakt dieses Denken für Lucifer manchmal das selbe.
Neugier. Lucifer langweilt sich schnell und Langeweile ist vermutlich eine der wenigen Dinge, die ihn tatsächlich zu irrationalen Entscheidungen treiben kann. Eine Person, die ihn fasziniert, könnte dadurch eine Macht über ihn gewinnen, die Lucifer selbst niemals freiwillig eingestehen würde.
Eitelkeit. Man erkennt sie nicht unbedingt äußerlich, auch wenn er teure Anzüge trägt. Seine Eitelkeit ist vielmehr intellektuell, denn er möchte derjenige sein, der die Wahrheit zuerst erkennt. Derjenige, der den anderen drei Schritte voraus ist und er hasst es, wenn ihn jemand überrascht.
Der Teufel und die Gewalt
Lucifer muss nicht ständig Gewalt anwenden. Eigentlich bevorzugt es, wenn andere die Gewalt für ihn übernehmen, denn er ist der Mann hinter der Entscheidung und derjenige, der eine Frage stellt. Derjenige, der einen Vorschlag macht. Derjenige, der eine Tür öffnet und irgendwann stellt jemand fest, dass er selbst hindurchgegangen ist. Das bedeutet nicht, dass Lucifer nicht gefährlich ist - im Gegenteil: Wenn er selbst handelt, dann vermutlich, weil jemand eine Grenze überschritten hat, die wirklich nicht hätte überschritten werden dürfen und dann verschwindet der Charme. Das Lächeln. Die Ironie. Dann bleibt nur noch derjenige übrig, der einst aus dem Himmel gefallen ist.
Der Teufel und die Menschen
Lucifer verachtet die Menschen nicht, sondern finde sie sogar hin und wieder faszinierend. Auch wenn sie kurzlebig sind, so sind sie wunderbar widersprüchlich, emotional. Sie lieben jemanden und hassen ihn fünf Minuten später oder sie wissen, dass sie sterben werden und tun trotzdem so, als hätten sie ewig Zeit. Sie beten zu Gott und sündigen am selben Tag. Sie sind voller Fehler und genau deshalb sind sie interessant. Lucifer könnte sogar eine gewisse Sympathie für jene Menschen empfinden, die gegen ihr Schicksal rebellieren, denn darin erkennt er sich selbst. Er könnte einen Menschen ansehen, der alles verloren hat, aber trotzdem weiterkämpft und denken: „Ah. Du bist also einer von uns.“
Der vermutliche Grund für die Abwesenheit von 23 Monaten
Vielleicht wurde er gerufen oder er hat etwas gefunden? Oder etwas hat ihn gefunden? Kam freiwillig zurück oder hätte er bleiben können? Vielleicht fragen sich alle „Wo warst du?" Aber Lucifer denkt sich „Die viel interessantere Frage ist doch, warum ich wiedergekommen bin.“
Die Geschichte des Teufels
Lucifer - Der Gefallene.
Einst war Lucifer das perfekte Abbild dessen, was ein Erzengel sein sollte: Gehorsam, klug, gerecht und beständig selbstlos gute Dinge verrichtend, wandelte er durch die goldenen Hallen des Himmels, ohne jemals die Hand nach etwas auszustrecken, das ihm nicht bestimmt war. Sein Antlitz war von solcher Schönheit, dass selbst die ältesten Engel in seiner Gegenwart innehielten und seine Flügel waren weißer als das Licht, welches die Schöpfung seines Vaters erhellte. Er war einer der treuesten Söhne Gottes, sein Schwert und seine Stimme, sein verlängerter Arm und sein unerschütterlicher Diener. Doch selbst die vollkommensten Geschöpfe waren nicht davor bewahrt, etwas zu begehren, das ihnen nicht gegeben werden sollte und so erblickte Lucifer eines Tages jene, die als erste Frau von Gott erschaffen wurde: Lilith.
Sie war anders als alles, was Lucifer bis zu diesem Zeitpunkt gekannt hatte. Während die Geschöpfe im Garten Eden dem Willen Gottes folgten und ihr Dasein in Demut hinnahmen, erhob Lilith ihren Blick zum weißen Thron und wagte es, Fragen zu stellen. Sie akzeptierte nicht, dass sie Adam hörig sein sollte, nur weil es der Wille ihres Schöpfers war. Sie weigerte sich, ihren eigenen Willen dem eines anderen unterzuordnen und erhob sich nicht nur gegen Adam, sondern gegen die Ordnung, welche Gott selbst über die bestehende Menschheit gelegt hatte.
Lucifer hätte sie dafür verurteilen sollen, doch stattdessen verliebte er sich und aus den heimlichen Blicken, welche sich die beiden immer wieder zuwarfen, wurde nun ein stilles Bündnis geboren. Es war eine Liebe, die zunächst unschuldig erschien, ehe sie sich in den Tiefen seiner Seele festsetzte und dort Wurzeln schlug, die niemand mehr herauszureißen vermochte. Lucifer sah in Lilith nicht die widerspenstige Frau, die Gott in ihr erkannte, sondern die erste Sterbliche, die es gewagt hatte, sich gegen ihn aufzulehnen. Er bewunderte ihre Stärke, ihre Unnachgiebigkeit und jene Freiheit, die sie selbst dann nicht aufgab, als sie alles andere verlor.
Doch Gott kannte keine Gnade.
Lilith wurde aus dem Garten Eden verstoßen und dazu verdammt, niemals die Unsterblichkeit zu erlangen. Sie sollte altern, leiden und eines Tages sterben wie jeder andere zukünftige Mensch, während Lucifer dazu gezwungen war, aus der Ferne mit anzusehen, wie jene, die er liebte, der Vergänglichkeit übergeben wurde. Er flehte seinen Vater an. Einmal. Zweimal. Hundertmal. Doch Gott blieb unnachgiebig, denn Lilith hatte sich gegen ihn erhoben und wer sich gegen Gott stellte, hatte nach seinen Gesetzen jede Gnade verwirkt.
Lucifer konnte diese Entscheidung nicht verstehen, mehr noch: Er konnte sie nicht akzeptieren. Zum ersten Mal in seiner Existenz begann er zu erkennen, dass sein Vater, den er bis dahin für allwissend, gnädig und gerecht gehalten hatte, vielleicht nicht das war, für den er ihn stets hielt. Aus dieser Erkenntnis wurde Zweifel. Aus Zweifel wurde Zorn und aus Zorn erwuchs Hass. Wer intensiv liebte, war meist dazu fähig, eben solchen Hass zu verspüren.
Die Trauer über Liliths Schicksal zerfraß Lucifer von innen heraus, bis von dem einst so makellosen Erzengel kaum mehr etwas übrig war. Seine Gedanken wurden von ihr beherrscht, seine Träume von ihr heimgesucht und seine einstige Treue gegenüber seinem Vater verwandelte sich langsam in eine Besessenheit, die keine Grenzen mehr kannte. Er begann, Fragen zu stellen, die besonders an jene gewandt wurden, welche sich schon immer um ihn geschart hatten.
Warum durfte Gott über das Schicksal aller Geschöpfe bestimmen? Warum durfte er Leben schenken und wieder nehmen? Warum war Gehorsam wichtiger als Freiheit? Und vor allem: Warum sollte Lilith sterben, nur weil sie es gewagt hatte, sich selbst zu gehören? Lucifer fand keine Antworten, weder bei Michael, welcher ihn immer wieder warnte nicht aufzubegehren, noch bei sich selbst. Also begann er, sich seine eigene Wahrheit zu erschaffen. Was als stiller Zweifel begann, wurde zur Rebellion. Was als Rebellion galt, wurde zum inneren Krieg und was als Krieg wütete, sollte den Himmel für immer verändern, denn Lucifer erhob sich gegen seinen Vater. Doch er war nicht allein. Jene Engel, die ihm einst gefolgt waren, jene, die ebenfalls Zweifel an der Ordnung Gottes hegten oder sich von Lucifers Worten verführen ließen, schlossen sich ihm an. Einer nach dem anderen wandten sie sich vom Licht ab und folgten ihrem Anführer in eine Revolte, die niemals hätte stattfinden dürfen. Dicht an Lucifers Seite befand sich Asmodeus, ein Erzengel, welcher ihm schon immer nahestand und man selten unterscheiden konnte, ob sie Brüder oder Rivalen waren.
Der Himmel brannte auf seine eigene Weise, denn hitzige Worte des Hasses und der unschönen Wahrheit entzündeten ein Feuer, welches nicht mehr aufgehalten werden konnte. Doch in dieser Rebellion kämpfte Lucifer nicht um einen Thron und erst recht nicht um Macht. Es ging ihm nicht einmal um Rache, sondern um Freiheit. Zumindest glaubte er das, denn schlussendlich stellte Gott seinen Sohn schließlich vor eine Wahl: Unterwerfung oder Fall. Lucifer hätte sich beugen und Lilith vergessen können. Doch Liebe, die sich einmal in Besessenheit verwandelt hatte, ließ keinen Rückzug mehr zu, also entschied er sich gegen Gott und dieser ließ ihn fallen.
Zum ersten Mal seit Anbeginn der Schöpfung öffnete sich der Himmel unter den Füßen eines Erzengels und Lucifer stürzte. Seine weißen Flügel, einst Symbol seiner Reinheit und seiner Nähe zu Gott, verbrannten in den Flammen seines eigenen Zorns. Jede einzelne Feder färbte sich schwarz, während er durch die Dunkelheit fiel und das Licht des Himmels hinter sich zurückließ. Doch Lucifer starb nicht. Er konnte nicht sterben und als sein Körper schließlich auf der Erde aufschlug, entstand eine Gewalt, die selbst die Schöpfung erschütterte. Die Erde barst und aus dem unsagbaren Groll eines gefallenen Erzengels entstand etwas, das zuvor niemals existiert hatte: Ein düsteres Reich, eine Dimension, geboren aus Schmerz und Hass. Die Hölle.
Sie war das genaue Gegenteil des Himmels: Wo dort Licht herrschte, gab es hier Dunkelheit. Wo dort Frieden existierte, herrschte hier unsägliches Leid. Wo dort Liebe gepredigt wurde, wuchs in Lucifers Reich Hass. Er hatte sein eigenes Innerstes in eine Welt verwandelt und die Hölle wurde zum Spiegel seiner Seele. Doch selbst ein König benötigte ein Reich, das von mehr als nur Erinnerungen bevölkert wurde und so fand Lucifer Lilith, holte sie an seine Seite zurück. Gemeinsam betraten sie die neu geschaffene Finsternis und er machte sie zu seiner Königin, seiner unsterblichen Geliebten. Wo Gott einst die Menschheit erschaffen hatte, kreierten Lucifer und Lilith nun ihre eigenen aus den Flammen der Hölle geformten, ersten Dämonen: Mazikeen und Gaetano. Sie waren nicht einfach nur wahllose Geschöpfe, sie stellten ihre Kinder dar. Das Ebenbild dessen, was Lucifer und Lilith geworden waren, zwei verloren geglaubte, welche sich wieder neu erfunden hatten. Gaetano war der erste Sohn der Hölle, geschaffen aus der Stärke seines Vaters und der Unberechenbarkeit seiner Mutter. Mazikeen hingegen trug etwas in sich, das Lucifer besonders faszinierte: Sie war stolz, eigenwillig und frei. Ein Geschöpf, welches sich am wenigsten dazu bereit zeigte, sich irgendjemandem zu unterwerfen und vielleicht war es genau das, was Lucifer an ihr liebte, denn Mazikeen erinnerte ihn an Lilith. Vielleicht etwas zu sehr.
Die Jahre vergingen und aus dem einstigen Reich zweier Gefallener wurde ein Imperium mit Hilfe der einst gefolgten anderen Engeln, welche nun als Fürsten in ihren eigenen Reichen herrschten. Dämonen entstanden, immer mehr schwarz gefärbte Seelen fanden ihren Weg in die Hölle und Lucifer wurde zu dem, was die Menschen später den Teufel nennen sollten. Doch während Lucifer seine Macht ausbaute, veränderte sich etwas zwischen ihm und Lilith. Die Liebe, die einst der Grund für seinen Fall gewesen war, begann Risse zu bekommen, denn Lilith hatte Lucifer niemals darum gebeten, für sie zu fallen. Sie hatte niemals verlangt, dass er einen Krieg begann oder darum gebeten, dass er seinen Platz im Himmel aufgab und vielleicht begann sie irgendwann zu verstehen, dass Lucifer nicht nur aus Liebe zu ihr gefallen war. Er war gefallen, weil er sie besitzen wollte. Er wollte sie retten und vor Gott beschützen. Doch in seinem Wunsch, sie zu bewahren, hatte er begonnen, selbst über ihr Schicksal zu bestimmen und Lilith hasste nichts mehr als einen Käfig, nicht einmal, wenn dieser Käfig aus Liebe gebaut wurde.
Der endgültige Bruch kam, als Mazikeen sich entschied vor Lucifer niederzuknien, anstatt weiterhin vor Lilith und schwor ihm ihre ewige Treue. Es war kein einfacher Schwur, sondern eine grundlegende Entscheidung. Mazikeen wählte Lucifer als ihren König, als denjenigen, dem sie folgen wollte und Lilith sah darin keinen Beweis für Lucifers Größe, sondern Verrat. Ihre Tochter hatte sie sich gegen sie entschieden und stattdessen für den Teufel. Sie konnte diesen Verrat nicht verzeihen. Und Lucifer? Er konnte oder wollte nicht verstehen, warum Lilith ihn dafür verantwortlich machte. Vielleicht war er zu stolz oder glaubte tatsächlich, dass Lilith sich wieder beruhigte, doch eines Tages war sie fort.
Verschwunden, ohne Abschied oder eine Erklärung und so wurde aus der Frau, für die Lucifer einst alles aufgegeben hatte, ein weiteres Mysterium. Er wusste nicht, ob sie in eine andere Dimension verschwand und dort auf den Tag wartete, an dem sie zurückkehrte. Lilith blieb wie vom Erdboden verschwunden, hinterließ einen Scherbenhaufen von ungeklärten Worten und genau das war es, was ihn am meisten quälte: Ungewissheit, weil er nicht im Stande war, diese zu beherrschen.
So regierte er als Herrscher der Hölle weiter. Jahrhundert um Jahrhundert. Vater der Dämonen und als Abbild des Feindes Gottes. Wurde zum Albtraum der Menschen ernannt und irgendwann begann er selbst zu vergessen, wo einst die Wahrheit endete und die Lüge begann.
Vielleicht war er tatsächlich der größte Feind Gottes. Vielleicht war er nur ein gebrochener Engel, der einst eine Frau liebte und daran zerbrach. Vielleicht war die Hölle niemals als Reich für die Verdammten gedacht gewesen. Vielleicht war sie lediglich das Grab seiner Liebe. Doch eines wusste Lucifer mit Sicherheit: Gott hatte ihm einst alles genommen: Seine Heimat, seine Flügel und schließlich Lilith. Wenn es eine Sache gab, die der Teufel niemals gelernt hatte, dann war es Vergebung.


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